Oberlidstraffung (Blepharoplastik): für einen wachen, frischen Blick

Ein offener, wacher Blick ist Ausdruck von Vitalität und Frische. Mit zunehmendem Alter verändert sich jedoch die feine Haut der Augenlider: sie verliert an Elastizität, das Lid wirkt schwerer, müde oder gar traurig. Die Oberlidstraffung, medizinisch Blepharoplastik, zählt deshalb zu den häufigsten Eingriffen der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie weltweit!

Historische Entwicklung:

Die chirurgische Korrektur von Lidüberschuss hat eine lange Tradition.
Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts wurden erste Verfahren beschrieben, bei denen überschüssige Haut und Fettgewebe entfernt wurden. Damals standen jedoch noch grobe Instrumente und keine präzisen Anästhesiemethoden zur Verfügung.

Mit der Weiterentwicklung der Mikrochirurgie und feinster Nahttechniken in den 1960er- und 1970er-Jahren wurde die Oberlidplastik zu einem sicheren Routineeingriff. Heute profitieren Patientinnen und Patienten von präzisen Methoden; Instrumenten und verfeinerter Nahtführung, die ästhetisch anspruchsvolle, fast unsichtbare Ergebnisse ermöglichen.

Warum entsteht Hautüberschuss am Oberlid?

Hauterschlaffung des Oberlides

Mit dem natürlichen Alterungsprozess verliert die Haut ihre Spannkraft. Kollagen- und Elastinfasern werden abgebaut, die Oberlidhaut wird dünner und weniger elastisch.
Dadurch entsteht ein echter Hautüberschuss, der sich über die Lidkante legt: oft als sogenanntes Schlupflid sichtbar. Das kann nicht nur ästhetisch stören, sondern auch das Gesichtsfeld einschränken.

Erschlaffung bzw. Absenkung der Augenbraue (Brow-Ptosis)

Nicht immer liegt die Ursache allein im Lid selbst.
Sinkt die Augenbraue/Stirn mit zunehmendem Alter nach unten, erscheint das Oberlid automatisch schwerer und der Abstand zwischen Braue und Lidfalte verkleinert sich.
In diesem Fall handelt es sich nicht um einen Hautüberschuss, sondern um eine Brauen-Ptosis, also eine Absinkung der Stirn- und Brauenregion.
Hier ist eine präzise Analyse entscheidend, um zu unterscheiden, ob eine Oberlidplastik, ein Brauenlift oder eine Kombination beider Eingriffe das optimale Ergebnis liefert.

Verschiedene Oberlidformen

Die Anatomie und Form des Oberlids sind genetisch unterschiedlich und lassen sich wie folgt grob unterscheiden:

  • europäisches Lid: deutliche Lidfalte, klar abgegrenztes Oberlid
  • Schlupflid: überschüssige Haut, die die Lidfalte verdeckt
  • asiatisches Lid: kaum sichtbare Lidfalte, häufig mehrschichtige Muskel-Sehnen-Struktur
  • Tief liegendes Lid / tiefe Augenhöhle: optisch kleineres Oberlid, sensibel bei Volumenverlust


Jede dieser Varianten erfordert eine individuelle Herangehensweise und präzise Schnittführung.

Chirurgische Techniken – Präzision mit dem Skalpell

Der chirurgische Schnitt mit dem Skalpell ist nach wie vor die überlegene Methode.
Sie ermöglicht einen glatten, präzisen Schnitt, der exakte Konturen und gleichmäßige Schnittränder hinterlässt.
Im Vergleich zu Lasern oder Radiofrequenzinstrumenten entsteht so eine ruhigere, feiner heilende Narbe, die nach wenigen Monaten nahezu unsichtbar ist.

Der Eingriff dauert in erfahrenen Händen etwa 30-45 Minuten und erfolgt unter sterilen mikrochirurgischen Bedingungen.

Ablauf der Operation

  1. Markierung: im Sitzen wird die natürliche Lidfalte und der geplante Hautüberschuss exakt markiert.
  2. Hautentfernung: feine, elliptische Exzision der überschüssigen Haut.
  3. Entfernung von Fettpölsterchen oder Transplantation von Fettgewebe: Nur bei Bedarf 
  4. Verschluss: Mit mikrofeiner Naht (intrakutan) unter der Lupenbrille.

Die Schnittlinie liegt exakt in der natürlichen Lidfalte – nach der Heilung bleibt sie praktisch unsichtbar.

Anästhesie – lokal oder im Dämmerschlaf

Die Oberlidplastik kann in Lokalanästhesie oder im Dämmerschlaf (Sedierung) durchgeführt werden.

  • Lokalanästhesie:
    Die Region wird gezielt betäubt. Sie bleiben wach, spüren aber keine Schmerzen.
    Vorteil: geringerer Aufwand, schnellere Erholung, geringere Kosten.
  • Dämmerschlafnarkose:
    Eine besonders angenehme Variante für empfindliche oder ängstliche Patienten.
    Sie „träumen“ während des Eingriffs, der durch einen Anästhesisten begleitet wird.
    Nachteil: etwas höherer Aufwand (finanziell & organisatorisch), aber für viele sehr entspannend.

Beide Methoden sind sicher – die Wahl richtet sich nach persönlichem Empfinden und medizinischer Einschätzung.

Nahttechnik – Feinarbeit unter der Lupenbrille

Die Naht wird intrakutan, also unter der Haut, geführt – das bedeutet: keine sichtbaren Fäden auf der Oberfläche. Die Fäden werden nach ca. 7 Tagen unkompliziert gezogen.
Ich verwende hierfür mikrochirurgisches Nahtmaterial und arbeite grundsätzlich mit Lupenbrille.
Dadurch entstehen glatte, spannungsfreie Wundränder, die nach 6 Monaten praktisch unsichtbar sind.

Diese Technik ist aufwendig, aber entscheidend für ein ästhetisch perfektes Ergebnis.

Narben- und Wundheilung

Die Heilung verläuft in mehreren Phasen:

  • Woche 1: leichte Schwellung und Blutergüsse sind normal; Fäden werden nach etwa 6–7 Tagen entfernt.
  • Woche 2–3: Restschwellung klingt ab, Lidfalte formt sich harmonisch.
  • Monat 2–3: Narbe wird blasser, kaum tastbar.
  • Nach 6 Monaten: meist vollständig unsichtbar.

Eine gute Nachsorge, Kühlung und sanfte Pflege unterstützen die Heilung optimal.

Pflege und Einschränkungen nach der OP

Nach Fadenzug und Entfernung der kleinen Steri-Strips erfolgt die Pflege in Eigenregie:

  • Anwendung einer speziellen Narbensalbe oder eines Augen-Gels
  • Verzicht auf Make-up für etwa 10 Tage
  • Kein Sport, Sauna oder Schwimmbad für etwa 2 Wochen
  • Sonnenschutz ist essenziell, um eine pigmentfreie Narbenheilung zu fördern

Nach einer Woche sind die meisten Patient:innen wieder gesellschaftsfähig.

Alternativen – vom Klebestreifen bis Plasma

Es gibt zahlreiche nicht-chirurgische Ansätze – von Klebestreifen, Radiofrequenzgeräten, Plasma-Pens bis hin zu Fadenlifting.
Doch all diese Methoden erreichen keine nachhaltige Straffung der überschüssigen Haut.
Der Effekt ist kurzzeitig oder minimal, die chirurgische Oberlidplastik bleibt der Goldstandard.

Haltbarkeit und Effekt

Mit einer Oberlidplastik lässt sich ein Ergebnis erzielen, das 10–15 Jahre anhält: bei minimalem Aufwand.
Viele Patient:innen berichten, dass sie danach wieder „sie selbst“ im Spiegel sehen: wacher, frischer, natürlicher.
Nicht umsonst ist sie die am häufigsten durchgeführte ästhetische Operation weltweit.

Meine Erfahrung – über 1.000 durchgeführte Oberlidkorrekturen

Ich habe im Laufe meiner Karriere weit über 1.000 Oberlider operiert.
Jede Operation ist individuell, denn jedes Gesicht, jedes Auge und jeder Ausdruck ist einzigartig.
Entscheidend ist das ästhetische Auge des Operateurs:
zu erkennen, wie viel Haut entfernt werden darf, um den Blick zu öffnen, ohne die natürliche Mimik zu verändern.

Das Ziel ist kein anderes Gesicht , sondern die beste Version Ihrer selbst.

Be your own kind of beautiful“


– Dr. Felix Cromme, Plastischer und Ästhetischer Chirurg, Hamburg –

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