Lipofilling, autologe Fettgewebstransplantation

Was ist Fettgewebe eigentlich

Fettgewebe ist weit mehr als ein reiner Energiespeicher. Es handelt sich um ein hochaktives Gewebe mit hormoneller und regenerativer Funktion. Gewonnen wird es aus dem eigenen Körper, typischerweise aus Arealen mit überschüssigem Fett wie Bauch, Hüften, Flanken oder Oberschenkeln.

Man unterscheidet grundsätzlich zwei Arten von Fettgewebe.
Weißes Fettgewebe dient vor allem als Energiespeicher und kommt beim Erwachsenen am häufigsten vor.
Braunes Fettgewebe spielt eine Rolle bei der Wärmeproduktion, ist beim Erwachsenen nur noch in kleinen Resten vorhanden und für das Lipofilling klinisch nicht relevant.

Für die Eigenfetttransplantation wird ausschließlich weißes Fettgewebe verwendet.

Biologische Wirkung von Fett

Fettgewebe besitzt ein bemerkenswertes biologisches Potenzial. Neben reifen Fettzellen enthält es sogenannte stromal vaskuläre Zellen (Vorläuferzellen) (SVF):

Stromal vaskuläre Zellen sind ein natürlicher Bestandteil des Fettgewebes und umfassen eine heterogene Zellpopulation, zu der unter anderem mesenchymale Stammzellen, Endothelzellen, Perizyten sowie Immunzellen gehören. Im Gegensatz zu den reifen Fettzellen sind sie biologisch besonders aktiv.

Ihre zentrale Bedeutung liegt in ihrem regenerativen Potenzial. Stromal vaskuläre Zellen können Wachstumsfaktoren und Zytokine freisetzen, die die Neubildung von Blutgefäßen fördern, Entzündungsprozesse modulieren und die Gewebeheilung unterstützen. Dadurch verbessern sie die Durchblutung und die strukturelle Qualität des umliegenden Gewebes.

Besonders die enthaltenen mesenchymalen Stammzellen besitzen die Fähigkeit, sich unter bestimmten Bedingungen in unterschiedliche Zelltypen zu entwickeln und geschädigtes Gewebe funktionell zu unterstützen. In der klinischen Anwendung zeigt sich dieses Potenzial vor allem in einer verbesserten Hautqualität, einer erhöhten Elastizität sowie in regenerativen Effekten im Empfängerareal.

Im Kontext des Lipofillings tragen stromal vaskuläre Zellen entscheidend dazu bei, dass transplantiertes Fett besser einheilt und langfristig stabil bleibt. Genau diese biologische Komponente unterscheidet Eigenfett von rein volumengebenden Materialien und macht die autologe Fettgewebstransplantation zu einem besonders vielseitigen und nachhaltigen Verfahren.

Diesen Bestandteilen werden folgende Effekte zugeschrieben:

  • Verbesserung der Gewebequalität
  • Förderung der Durchblutung
  • Positive Wirkung auf Hautstruktur und Elastizität
  • Regenerative Effekte im Empfängergebiet

Genau diese Kombination aus Volumen und biologischer Aktivität macht Eigenfett so besonders im Vergleich zu klassischen Fillern oder Fremdmaterialien.

Fett als Volumengeber

Neben den biologischen Effekten ist Fett ein hervorragender natürlicher Volumengeber. Es kann gezielt von einer Körperregion entnommen und an anderer Stelle wieder eingebracht werden.

Typische Spenderregionen sind:

  • Bauch
  • Hüften
  • Flanken
  • Oberschenkel

Typische Empfängerregionen sind:

  • Gesicht, zum Beispiel Wangen, Schläfen, Augenregion
  • Brust
  • Gesäß
  • Körperkonturen bei Asymmetrien oder Defekten

Das Prinzip ist einfach, überschüssiges Volumen wird dort reduziert, wo es stört, und dort eingesetzt, wo Volumen fehlt.

Methoden der Fettentnahme

Die Qualität des transplantierten Fetts hängt entscheidend von der Entnahmetechnik ab. Ziel ist es, möglichst viele vitale Fettzellen und Begleitzellen zu erhalten.

Gängige Entnahmemethoden sind:

  • klassische manuelle Absaugung
  • vibrationsassistierte Liposuktion
  • ultraschallassistierte Liposuktion
  • wasserstrahlassistierte Liposuktion

Alle Methoden haben ihre Berechtigung, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrer Gewebeschonung.

Vorteile der Wasserstrahlassistierten Fettentnahme (WAL)

Die wasserstrahlassistierte Methode hat sich besonders für das Lipofilling bewährt.

Ihre Vorteile liegen in:

  • sehr kurzer Einwirkzeit
  • schonender Lösung der Fettzellen aus dem Gewebe
  • kaum mechanischer Stress
  • keine thermische Belastung wie bei Ultraschall
  • hohe Zellviabilität des gewonnenen Fetts

Das Fett wird durch einen feinen Wasserstrahl gelöst und gleichzeitig abgesaugt. Dadurch bleiben Zellmembranen, Stammzellen und Wachstumsfaktoren weitgehend intakt, ein entscheidender Faktor für gutes Anwachsen im Zielgebiet.

Die BEAULI Methode

Die BEAULI Methode ist eine speziell für das Lipofilling entwickelte Form der wasserstrahlassistierten Fettentnahme. Ziel dieser Technik ist es, besonders vitales und biologisch hochwertiges Fettgewebe zu gewinnen.

BEAULI steht für Bodyjet Assisted Liposuction. Die eigentliche Namensgebung der Methode geht auf Dr. med. Klaus Überreiter aus Birkenwerder zurück, der das Verfahren früh klinisch geprägt, benannt und in der ästhetischen Chirurgie etabliert hat. Ziel war es, eine standardisierte, besonders schonende Form der wasserstrahlassistierten Fettgewinnung speziell für das Lipofilling zu definieren.

Bereits in meiner Ausbildungszeit war ich eng in die Anwendung der Methode eingebunden. Als Assistenzarzt habe ich an der klinischen Umsetzung mitgewirkt, unter anderem in der Studienbegleitung und in der perioperativen Patientenbetreuung. Diese frühe praktische Erfahrung prägt meinen heutigen Umgang mit der Eigenfetttransplantation bis heute.

Durch den Einsatz eines feinen, pulsierenden Wasserstrahls werden die Fettzellen schonend aus dem umliegenden Gewebe gelöst und gleichzeitig abgesaugt. Die Einwirkzeit ist sehr kurz, mechanische Belastung gering und es entsteht keine thermische Schädigung der Zellen. Dadurch bleiben nicht nur die Fettzellen selbst, sondern auch stromal vaskuläre Zellen, Stammzellen und Wachstumsfaktoren in hohem Maße erhalten.

Das auf diese Weise gewonnene Fett zeichnet sich durch eine hohe Zellviabilität und gute Einheilungseigenschaften aus. Gerade bei sensiblen Regionen wie Brust oder Gesicht bietet die BEAULI Methode dadurch klare Vorteile in Bezug auf Sicherheit, Anwachsrate und langfristige Ergebnisstabilität.

Aufbereitung und Transplantation

Nach der Entnahme wird das Fett aufbereitet, je nach Technik gefiltert, gewaschen oder sedimentiert. Ziel ist ein sauberes, vitales Fettgewebskonzentrat.

Die Transplantation erfolgt in kleinen Portionen und mehreren Schichten. Diese Mikro oder Nanodepot Technik verbessert die Durchblutung des transplantierten Fetts und erhöht die Einheilungsrate (bis zu 70%).

Je nach Region unterscheiden sich Technik und Einheilungsraten:

  • Gesicht, sehr feine Depots, hohe Einheilungsrate (70-90%)
  • Brust, mehrschichtige Verteilung, moderate Einheilungsrate (50-70%)
  • Körper, abhängig von Region und Durchblutung (50%)

Ein Teil des Fettes wird vom Körper wieder abgebaut, das ist normal und wird bei der Planung berücksichtigt.

Operativer Ablauf und Nachsorge

Der Eingriff kann je nach Umfang in lokaler Betäubung oder in Narkose durchgeführt werden.
In den meisten Fällen erfolgt das Lipofilling ambulant. Eine stationäre Überwachung ist nur notwendig, wenn größere Fettmengen abgesaugt werden.

Der typische Ablauf:

  • Entnahme des Fetts
  • Aufbereitung
  • Transplantation in die Zielregion

Die Nachsorge ist in der Regel unkompliziert. Wichtig ist:

  • kein Druck auf das transplantierte Areal
  • das Zielgebiet warm halten
  • frühe, normale Mobilisation
  • Kompression an den Spenderarealen für 6 Wochen

Sport, starke Belastung und Druck sollten für einige Wochen vermieden werden. Die meisten Patientinnen und Patienten sind schnell wieder alltagstauglich.

Warum Eigenfett

Die Fettverpflanzung nimmt in der ästhetischen und rekonstruktiven Chirurgie eine besondere Stellung ein, weil sie weit mehr ist als reine Volumenkorrektur. Sie nutzt ein lebendiges, körpereigenes Gewebe, das nicht nur Form gibt, sondern aktiv mit dem Empfängerareal interagiert. Genau darin liegt ihre Einzigartigkeit.

Eigenfett fügt sich nahtlos in bestehende Strukturen ein. Es fühlt sich natürlich an, bewegt sich natürlich und altert gemeinsam mit dem Körper. Es gibt keinen Fremdkörper, keine Kapsel, keine materialbedingten Langzeitrisiken. Stattdessen entsteht Volumen, das Teil des Gewebes wird und nicht nur darunterliegt oder darüberliegt.

Hinzu kommt die biologische Dimension. Fett bringt nicht nur Zellen mit Volumen, sondern auch regenerative Eigenschaften. Stromal vaskuläre Zellen, Stammzellen und Wachstumsfaktoren verbessern die Durchblutung, die Hautqualität und die Elastizität des umliegenden Gewebes. Das Ergebnis ist nicht nur mehr Fülle, sondern oft eine sichtbar gesündere, weichere und harmonischere Struktur.

Ein weiterer entscheidender Vorteil ist die Doppelfunktion der Methode. Dort, wo Fett stört, wird es reduziert. Dort, wo Volumen fehlt, wird es sinnvoll eingesetzt. Körperformung und Volumenaufbau greifen ineinander und ergeben ein Ergebnis, das immer individuell ist und nie schematisch.

Die Fettverpflanzung verlangt Präzision, Erfahrung und Respekt vor dem Gewebe. Richtig angewendet ist sie eine der natürlichsten und nachhaltigsten Möglichkeiten, Form, Volumen und Gewebequalität gleichzeitig zu verbessern. Genau deshalb hat sie sich über Jahre hinweg nicht nur bewährt, sondern weiterentwickelt und ihren festen Platz in der modernen plastischen Chirurgie gefunden.

Lipofilling der Brust – kein Fremdkörper und ein natürliches Gefühl

Das Lipofilling der Brust, auch als autologe Fettgewebstransplantation bezeichnet, ist eine etablierte Methode zur Brustformung mit körpereigenem Gewebe. Ziel ist eine natürliche Volumenzunahme, Formverbesserung und Gewebeoptimierung ohne Einsatz von Fremdmaterialien.

Beim Brustlipofilling wird Fettgewebe aus Regionen mit vorhandenem Überschuss wie Bauch, Hüften oder Oberschenkeln entnommen, sorgfältig aufbereitet und anschließend in die Brust transplantiert. Das Fett übernimmt dort zwei Funktionen: Es dient einerseits als Volumengeber und wirkt andererseits über enthaltene Stammzellen und Wachstumsfaktoren positiv auf die Gewebequalität.

Im Gegensatz zu Implantaten entsteht keine neue Hülle im Körper und es gibt kein Risiko einer Kapselfibrose. Das Tastgefühl bleibt natürlich, die Brust bewegt sich physiologisch und passt sich dem Körper harmonisch an. Besonders geeignet ist das Verfahren für Patientinnen, die sich eine moderate Vergrößerung, mehr Fülle im oberen oder inneren Brustbereich oder eine Verbesserung von Asymmetrien wünschen.

Die Fetttransplantation erfolgt in mehreren feinen Schichten, verteilt über verschiedene Ebenen des Brustgewebes. Diese Technik ist entscheidend für eine gute Durchblutung des transplantierten Fetts und damit für eine stabile Einheilung. Je nach individueller Ausgangssituation heilt ein Teil des Fettes dauerhaft ein, ein weiterer Teil wird vom Körper wieder abgebaut. Dieser natürliche Prozess wird bereits bei der OP Planung berücksichtigt.

Der Eingriff kann je nach Umfang in lokaler Betäubung mit Dämmerschlaf oder in Vollnarkose durchgeführt werden. In der Regel erfolgt die Behandlung ambulant. Eine stationäre Überwachung ist nur dann sinnvoll, wenn größere Fettmengen abgesaugt werden oder zusätzliche Eingriffe geplant sind.

Die Nachsorge ist meist unkompliziert. Die Brust selbst sollte in den ersten Wochen keinem Druck ausgesetzt werden. Ein spezieller BH dient eher der Stabilisierung als der Kompression. Die entnehmenden Areale hingegen müssen konsequent mit Kompressionswäsche versorgt werden, um Schwellungen zu reduzieren, die Hautrückbildung zu unterstützen und ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen. Sportliche Belastungen und starke Druckeinwirkung sollten für mehrere Wochen vermieden werden. Wärme im Bereich der Brust und eine frühe, normale Mobilisation fördern das Anwachsen des Fettes.

Das Brustlipofilling vereint Brustformung und Körperkonturierung in einem Eingriff. Es bietet eine natürliche Alternative zur Implantat Brustvergrößerung, insbesondere für Patientinnen, die Wert auf Natürlichkeit, Weichheit und den Verzicht auf Fremdkörper legen.

Eine technisch anspruchsvolle Operationsmethode:

Die Fettverpflanzung ist technisch anspruchsvoll und weit mehr als ein reines Umsetzen von Volumen. Das ästhetische und funktionelle Ergebnis hängt von vielen kleinen, oft unsichtbaren Faktoren ab, die nur durch Erfahrung sicher beherrscht werden.

Bereits bei der Entnahme entscheidet sich die Qualität des Fetts. Druckverhältnisse, Sogstärke, Wahl der Entnahmemethode und der respektvolle Umgang mit dem Gewebe beeinflussen unmittelbar die Vitalität der Fettzellen und der begleitenden stromal vaskulären Zellen. Auch die Auswahl des geeigneten Fetts ist entscheidend, nicht jedes Fett eignet sich gleichermaßen für jede Region.

Während der Aufbereitung und Transplantation sind Feinfühligkeit, präzise Technik und ein tiefes Verständnis für Anatomie und Durchblutung notwendig. Das Fett muss in kleinen Mengen, gleichmäßig verteilt und spannungsfrei eingebracht werden. Zu hoher Druck, falsche Schichtwahl oder eine unzureichende Technik können die Durchblutung beeinträchtigen und das Anwachsen deutlich verschlechtern.

In unerfahrenen Händen kann dies zu Komplikationen führen. Dazu zählen Fettgewebsnekrosen, Entzündungen, Infektionen, tastbare Verhärtungen oder eine sehr geringe Einheilungsrate mit unbefriedigendem ästhetischem Ergebnis. Diese Risiken sind vermeidbar, setzen jedoch fundierte Ausbildung, operative Routine und einen respektvollen Umgang mit dem Gewebe voraus.

Gerade weil die Fetttransplantation so natürliche und hochwertige Ergebnisse ermöglichen kann, gehört sie in die Hände einer erfahrenen Operateurin oder eines erfahrenen Operateurs. Erfahrung bedeutet hier nicht nur Technik, sondern auch ein geschultes ästhetisches Urteil und die Fähigkeit, für jede Patientin und jeden Patienten die richtige Methode, das passende Fett und die optimale Vorgehensweise zu wählen.

Warum sollte dieser Eingriff bei Dr. Cromme durchgeführt werden?

Die Antwort liegt in der Erfahrung. Über mehr als zwei Jahrzehnte hat Dr. Cromme sich intensiv mit der Eigenfetttransplantation beschäftigt und in dieser Zeit weit über tausend operative Eingriffe durchgeführt. Diese lange klinische Erfahrung bedeutet nicht Routine im Sinne von Wiederholung, sondern ein tiefes Verständnis für Gewebe, Anatomie und individuelle Unterschiede.

Dr. Cromme weiß, welches Fett sich für welche Region eignet, mit welchem Druck es entnommen und aufbereitet werden muss und wie es spannungsfrei und durchblutungsgerecht transplantiert wird.

Hinzu kommt die frühe und aktive Einbindung in die Entwicklung moderner Lipofilling Techniken, inklusive Studienbegleitung und intensiver Patientenbetreuung. Dieses Fundament prägt bis heute den respektvollen Umgang mit dem Gewebe und den Anspruch an ein natürliches, stabiles Ergebnis.

Die Kombination aus langjähriger operativer Erfahrung, hoher Fallzahl und einem ausgeprägten ästhetischen Gespür macht den entscheidenden Unterschied. Gerade bei einem Verfahren, das so sehr von Präzision und Feingefühl lebt wie die Fettverpflanzung, ist Erfahrung kein Zusatz, sondern die Voraussetzung für ein sicheres und überzeugendes Ergebnis.